Verlorene Seelen

Die WHO hat 2014 eine große Studie veröffentlicht, wonach jährlich 372.000 Menschen ertrinken. Dies bedeutet, dass in jeder Stunde weltweit 40 Menschen auf diese Weise ihr Leben verlieren.

 

Ein Teil davon kommt auf den Weltmeeren ums Leben.

 

In den vergangenen Jahren sorgten (und sorgen) Bilder aus dem Mittelmeer für Aufsehen. Menschen, die keinen anderen Ausweg sehen, als sich in marode Schlauchboote zu begeben, um in einem anderen Land ein besseres Leben zu beginnen. Viele haben dabei ihr Leben gelassen, als diese Boote sanken und keine Rettung zur Stelle war.

 

Mich berühren diese Bilder sehr. Ich selbst bin Seglerin und weiß um die Naturgewalt des Meeres. Ich hatte bislang Glück und befand mich nie in einer lebensbedrohlichen Situation auf See. Mit meinen Bildern möchte ich denjenigen ein Gesicht wiedergeben, die auf den Weiten der Meere ertrunken sind. Die eine Familie hinterlassen, die nicht weiß, was passiert ist. Die ihr Leben namenlos gelassen haben, ohne Erinnerung der Nachwelt an sie.

 

Das Meer kann wunderbar sein. Aber es kann auch tödlich sein. Ich gedenke mit meinen Bildern den Ertrunkenen, die auf diese grausame Art verstorben sind.